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1916 Mr. Philip Doyle, Killarney, "TERRI"

Der Kerry-Blue oder Irish-Blue-Terrier, wie er auch im Ursprungsland Irland genannt wird, ist ein kompakter, aber eleganter, mittelgroßer Terrier mit üppigem, seidigem Haarkleid von blau-grauer Farbe.
Intelligent, wachsam und selbstbewusst wirkt er auf den Betrachter als blickfangender Begleithund. Er ist ein richtiger Familienhund und fühlt sich meist bei Kindern wohl. Mit seinem ausgeprägten Terriertemperament braucht er eine konsequente Erziehung.

Die Welpen werden schwarz geboren und sollen bis zum Alter von 18 Monaten in blaue Schattierung umfärben. Das attraktive Haarkleid des Kerry-Blue haart nicht, bedarf jedoch einer besonderen Pflege durch tägliches Bürsten und wöchtentliches Kämmen. Der entsprechende Haarschnitt (ca. alle 6 Wochen) bringt die elegante, sportliche Terrierfigur besonders zur Geltung.

Unter den kynologischen Geschichtsschreibern gibt es verschiedene Theorien über den Ursprung dieser mittlerweile populären Terrierrasse. Hier berufe ich mich gern auf die Ausführungen von Tom Horner.

1920 Tracee CH. JOE OF LEYSFIELD

Wegen des blauen, seidig weichen Fells bringen einige Schriftsteller den Softcoatet Wheaten Terrier, den Glen of Imaal Terrier oder gar den Irish Wolfshound als möglichen Stammvater ins Gespräch. Eine ganz andere Theorie erzählt von legendären Hunden mit blauem Haarkleid, die einst von sinkenden, spanischen Schiffen an der Süd-West-Küste von Irland an Land geschwommen seien. Besonders in der Grafschaft Kerry wurden diese blauen, unerschrockenen Kerle als Wach- und Hütehunde eingesetzt. Jagdlich geführt auf Füchse, Dachse und Fischottern konnten sie so ihr todesmutiges Wesen unter Beweis stellen.

1913 fand in Cork eine Ausstellung statt, bei der wohl erstmalig Blue-Terrier gezeigt wurden. Als Richter fungierte der bekannte Kenner aller Hunderassen, Frank Butler.

1922 Tralee, "TRUCE"

Er richtete auch 1916 die Ausstellung in Killarney, wo zum erstenmal die Bezeichnung "Kerry-Blue-Terrier" auftauchte. Zwanzig Hunde - sehr unterschiedlich in Größe und Fellstruktur - waren gemeldet.Die im Besitz von Miss Casey stehende Hündin "Blue Belle" wurde Rassenbeste. Sie war eine gut aufgebaute Hündin mit schönem Fell und Farbe, erstklassiger Front, elegantem Kopf, sehr schönen Ohren und besaß viel Terriertemperament. Miss Casey, die später Mrs. Casey-Hewitt wurde, festigte den Typ von "Blue-Belle" als Musterhund des Standards. Mrs. Casey-Hewitt war es auch, die die Rasse später über den St.-Georgs Kanal nach England brachte. Bevor in Irland ein Kerry Champion werden konnte, mußte er zunächst zwei verschiedene Prüfungen absolvieren. Unter Aufsicht des Irish Kennel Club mußte er seine Tapferkeit (Gameness) beweisen.Diese Prüfungen hießen "Teastas Beag" und "Teastas Mor". Bei der ersten Prüfung wurden die Hunde auf ihre Jagdtauglichkeit auf Kaninchen und Ratten getestet. Bei der zweiten Prüfung mußten sie den Dachs bis in dessen Bau verfolgen. Dabei mußte der Terrier unter der Erde mindestens 5 Minuten lang vor dem Dachs vorliegen, sofern er den Dachs nicht bereits in kürzester Zeit herausbrachte.
Diese Prüfungen werden heute nicht mehr verlangt.

1922 kam der Kerry erstmals in England in den Ausstellungsring. Wenn auch etwas zu hitzig in seinen Umgangsformen, so gewann der Kerry doch rasch an Popularität.

1921, "CH. BERNADETTA OF MUCHIA", Mutter des ersten in Deutschland eingetragenen Kerry

Auf der Great Joint Terrier Ausstellung 1922 wurden erstmals CC´s an Kerry-Blue vergeben. Bei den Rüden gewann "Sapphies Beauty", Besitzer Martell. Bei den Hündinnen siegte "Belle of Munster". Beide waren irische Importe. "Sapphie Beauty" erhielt auch als erster seiner Rasse den englischen Champion-Titel. Der erste in England gezüchtete Kerry, der den Championtitel holte, war "Nofa Jacobin". "Brian King of Muster" war der überragende Deckrüde seiner Zeit. Viele Champions wurden aus diesen Linien gezüchtet.
1928 kam der erste Kerry-Blue-Terrier von England nach Deutschland. "Patrick of Swansisle" wurde mit Nr. 1 in das deutsche Kartellzuchtbuch eingetragen. Er war aus der Linie von Mrs. Casey-Hewitt. Ende der 20er Jahre gab es in Deutschland 15 Zwinger.
Von 1928 - 1938 wurden 230 Kerry-Blue-Terrier aus 37 Würfen und 36 Einzeltieren in das deutsche Kartellzuchtbuch eingetragen. Durch strenge Zuchtauswahl formten die englischen Züchter aus den einst rauhen Gesellen in wenigen Jahren einen aristokratischen, schönen Typ mit herrlichem, seidig-blauem Haar. Ein entsprechender, eleganter Schnitt machte den Kerry-Blue-Terrier zu einem blickfangenden Hund.


2001, "PENNY´S UMBERTO"

Schlussbemerkung:
Es ist interessant festzustellen, daß rund 75 Jahre später auf großen Ausstellungen, nicht nur in England, sondern fast auf der ganzen Welt, die in Irland gezüchteten Hunde Spitzenplätze belegen.
Für mich ist diese Tatsache ein Beweis dafür, daß die Zuchtbestimmungen im Ursprungsland einen schnellen Generationswechsel zulassen. Denn nur so ist ein evtl. vorhandener Zuchtfehler in einer bestimmten Blutlinie frühzeitig erkennbar. Der verantwortungsbewußte und erfahrene Züchter kann also sofort reagieren. Zum Schluß bleibt für die Kerry-Fans dann abzuwarten, wie sich nach Aufhebung der Quarantäne, die Zucht der Kerry-Blue-Terrier weiterhin entwickeln wird.